
Zoologisch werden Hunde den Fleischfressern zugeordnet, in der Praxis sind sie jedoch Allesfresser. Als Nachkommen des Wolfs sind sie sehr anpassungsfähig, können große Nahrungsmengen auf einmal aufnehmen, aber auch Hungerperioden überstehen.
Ein Hund benötigt täglich Energie zur Aufrechterhaltung der grundlegenden Lebensfunktionen, für Bewegung sowie für besondere Bedürfnisse wie Milchproduktion, Wachstum, Trächtigkeit usw. Viele verschiedene Faktoren beeinflussen den Energieverbrauch, wie: Alter, Aktivitätsgrad, Rasse, Geschlecht (Kastration, Sterilisation), Felltyp, Temperament, Außentemperatur – es gibt auch individuelle Unterschiede. Mehr Energie verbrauchen Hunde, die im Rudel leben, Welpen im Wachstum, trächtige und säugende Hündinnen, Hunde, die im Freien leben, und von Natur aus aktive Hunde (rassespezifisch). Weniger Energie benötigen kastrierte Hunde, ältere Hunde und Hunde mit geringerem Bewegungsdrang. Eine übermäßige Futteraufnahme führt zu Fettleibigkeit, die zu Schäden am Skelett führen kann; die Gelenke werden stärker belastet und können sich abnutzen.
Betrachten wir einige grundlegende Nährstoffe:
- Proteine: Der energetische Wert von Proteinen beträgt etwa 24 kJ/g. Ein Hund benötigt täglich ca. 5 g Eiweiß pro kg Körpergewicht. Ein erhöhter Bedarf besteht bei säugenden und trächtigen Hündinnen, bei jungen wachsenden Hunden und körperlich aktiven Hunden. Ein Proteinmangel kann zu Appetitlosigkeit, schlechtem Wachstum der Welpen, Unfruchtbarkeit, schlechter Fellqualität und Anämie führen.
- Essenzielle Fette: Der Energiegehalt von Fetten beträgt ca. 38 kJ/g. Zu den essentiellen Fettsäuren zählen Omega-3- (Linolsäuren) und Omega-6- (Alpha-Linolensäuren), die Bestandteil der Zellmembranen sind und wichtig für die Aufnahme und den Transport fettlöslicher Vitamine sind.
- Ballaststoffe: Diese können löslich oder unlöslich sein. Sie beeinflussen die Verdauung, die Peristaltik, die Darmflora und die Kotqualität.
- Mineralstoffe: Grundlegende Mineralstoffe, die für den Organismus notwendig sind, sind Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Chlorid und Kalium. Spurenelemente sind Eisen, Zink, Jod, Mangan, Selen, Fluorid und weitere. Kalzium und Phosphor spielen eine entscheidende Rolle beim Aufbau von Skelett und Muskulatur. Das optimale Verhältnis zwischen Kalzium und Phosphor beträgt 2:1,4. Der tägliche Bedarf an Kalzium liegt bei ca. 80 g/kg Körpergewicht, an Phosphor bei 60 g/kg. Der Bedarf steigt während des Wachstums, der Trächtigkeit oder Laktation. Ein Mangel kann Rachitis oder Osteomalazie verursachen. Auch eine Überversorgung kann zu Wachstumsproblemen führen. Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Körper – ein Mangel führt zu Anämie.
- Vitamine: Diese unterteilen sich in wasserlösliche Vitamine (C, B1–B12) und fettlösliche Vitamine (A, D, E, K). Eine Überdosierung von Vitamin D und/oder A kann zu einer Kalzifizierung der Organe führen. Vitamin E ist Bestandteil aller biologischen Zellmembranen; ein Mangel kann zu Muskeldystrophie, Leberschäden und Fruchtbarkeitsstörungen führen. Kalium trägt zur Blutgerinnung und zum Knochenaufbau bei.
- Kohlenhydrate: Sie sind relativ leicht verdaulich und liefern dem Organismus schnell Energie. Sie bestehen aus Zuckern (Saccharose, Laktose), die im Körper zu Fruktose, Galaktose und Glukose abgebaut werden. Der Energiegehalt beträgt ca. 15,7 kJ/g.
Quellen:
- Ernährung des Hundes, Christine Iben in Stefanie Handl, Institut za prehrano psov veterinarske univerze na Dunaju
- Ernährung unter Berucksichtigung besonderer Bedürfnisse der Tiere, Christine Iben, Veterinarska univerza na Dunaju
- Gesunde Hunde, http://www.gesundehunde.com/sites/ernaehrung.php


